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Auftragsvertrag vs Werkvertrag — Unterschied 2026

Veröffentlicht: 7. April 2026 Autor: Piotr Nowak Kategorie: Vertragsrecht

Im polnischen Recht gibt es zwei Arten von Verträgen für Dienstleistungen: den Auftragsvertrag (umowa zlecenie) und den Werkvertrag (umowa o dzieło). Obwohl beide Vergütungen für Dienstleistungen vorsehen, unterscheiden sie sich grundlegend in ihrer rechtlichen Natur, Verpflichtungen und Steuern. Dieser Leitfaden erklärt die Unterschiede und hilft Ihnen, den richtigen Vertrag für Ihre Situation zu wählen.

Was ist ein Auftragsvertrag?

Ein Auftragsvertrag (umowa zlecenie) ist ein Vertrag, bei dem eine Partei (der Auftragnehmer) der anderen Partei (dem Auftraggeber) verpflichtet ist, eine Dienstleistung zu erbringen. Der Fokus liegt auf der Erbringung der Dienstleistung selbst, nicht auf einem bestimmten Ergebnis oder Endprodukt.

Merkmale eines Auftragsvertrags

Steuern beim Auftragsvertrag

Beim Auftragsvertrag gelten folgende Steuerregeln:

Was ist ein Werkvertrag?

Ein Werkvertrag (umowa o dzieło) ist ein Vertrag, bei dem eine Partei (der Auftragnehmer) der anderen Partei (dem Auftraggeber) verpflichtet ist, ein spezifisches Werk oder Ergebnis zu liefern. Der Fokus liegt auf dem Endergebnis, nicht auf der Durchführung der Tätigkeit.

Merkmale eines Werkvertrags

Steuern beim Werkvertrag

Beim Werkvertrag gelten folgende Steuerregeln:

Vergleichstabelle: Auftragsvertrag vs Werkvertrag

Merkmal Auftragsvertrag Werkvertrag
Fokus Erbringung einer Dienstleistung Erstellung eines spezifischen Werks
Ergebnis Nicht spezifisch definiert Klar definiert und messbar
Vergütung Zeitbasiert (Stunde, Tag) Pauschal oder ergebnisorientiert
Risiko Trägt der Auftraggeber Trägt der Auftragnehmer
Sozialversicherung Erforderlich (mit Ausnahmen) Entfällt bei <300 PLN/Monat
Beispiele Beratung, Coaching, Schulung Website-Entwicklung, Übersetzung, Renovierung

Rechtliche Unterschiede

Auftragsvertrag — Leistung im Vordergrund

Das Zivilgesetzbuch definiert den Auftragsvertrag als eine Vereinbarung, bei der eine Partei sich verpflichtet, für die andere tätig zu werden. Die Tätigkeitsweise ist wichtig, nicht das Endergebnis. Dies bietet dem Auftragnehmer weniger Schutz, aber auch weniger Haftung für Nicht-Leistung.

Werkvertrag — Ergebnis im Vordergrund

Der Werkvertrag fokussiert auf die Lieferung eines Werks. Der Auftragnehmer haftet für Mängel und Nichterfüllung bis zu einer bestimmten Frist nach Ablieferung (oft 12 Monate). Dies bietet dem Auftraggeber mehr Sicherheit, dem Auftragnehmer aber mehr Risiko.

Steuern und Sozialversicherung im Detail

Auftragsvertrag — ZUS-Beitrag erforderlich

Werkvertrag — ZUS-Befreiung möglich

Praktische Beispiele

Beispiel 1 — Auftragsvertrag: Ein Unternehmen beauftragt einen Berater, um eine Geschäftsstraegie zu entwickeln. Der Berater arbeitet 20 Stunden pro Woche über 3 Monate hinweg. Die Vergütung beträgt 100 PLN pro Stunde.
Steuern: ZUS-Beiträge erforderlich, Einkommensteuer auf Einkünfte.
Beispiel 2 — Werkvertrag: Ein Unternehmen beauftragt einen Entwickler, um eine Website zu programmieren. Das Endergebnis ist die fertige, funktionierende Website. Die Pauschale beträgt 5.000 PLN.
Steuern: ZUS-Beiträge erforderlich, Einkommensteuer auf Einkünfte.

Wie man die richtige Vertragsart wählt

Wählen Sie einen Auftragsvertrag, wenn:

Wählen Sie einen Werkvertrag, wenn:

Fazit

Der Unterschied zwischen Auftragsvertrag und Werkvertrag ist wichtig für Steuern, Sozialversicherung und rechtliche Haftung. Ein gut strukturierter Vertrag mit klaren Zielen und Erwartungen schützt beide Parteien.